im Rahmen des Forschungsprojekts „Identifying and Combating Russia's Propaganda (ICORPD)“

22.10.2026 │ 18.00 – 20.00 Uhr
Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4, 37073 Göttingen
Anastasiia Rodi, Humboldt-Universität zu Berlin

Die russische Propaganda bedient sich intensiv der Schlüsselbegriffe „Frieden“, „Verhandlungen“ und „Eskalation“. Durch die Manipulation dieser Begriffe wird der Fokus hinsichtlich der Ursachen des russischen Krieges gegen die Ukraine, der Verantwortung für dessen Fortdauer und der Rolle der wichtigsten Akteure verlagert. So kann der Aggressor als Verfechter des Friedens dargestellt werden, die Unterstützung der Ukraine als Eskalationsfaktor und die Zugeständnisse der Ukraine als Weg zum Frieden. In diesem Vortrag wird anhand einzelner Narrative untersucht, wie solche Interpretationen entstehen, warum sie für einen Teil des Publikums überzeugend wirken und wie sie die Wahrnehmung des Krieges sowie die gesellschaftspolitischen Debatten in Deutschland beeinflussen.

Anastasiia Rodi ist eine ukrainisch-deutsche Journalistin und Politologin, geboren in Simferopol auf der Krim. Sie hat einen Masterabschluss in ukrainischer Philologie (V. Vernadsky Taurida National University, Simferopol, 2011) und in Politikwissenschaft (Freie Universität Berlin, 2023). Seit 2013 arbeitet sie als Korrespondentin für deutsche und internationale Medien. Zu ihren Interessengebieten zählen die deutsch-ukrainischen Beziehungen, demokratischer Rückschritt und Autoritarismus, die Politik des Westens gegenüber autoritären Regimen und die Rolle von Desinformation. Sie war Stipendiatin des Europäischen Journalisten Fellowships an der FU Berlin (2019–2020) und Teilnehmerin des Programmes „Digitalisierung und Demokratie” am Aspen Institute Germany (2025). Aktuell promoviert sie zum Thema „Demining Democracy: Ukraine’s political challenges in wartime“ im Rahmen des PhD-Programmes vom Kompetenzverbund Interdisziplinäre Ukrainestudien (KIU). Ihr Dissertationsprojekt wird von Prof. Dr. Gwendolyn Sasse an der Humboldt-Universität zu Berlin betreut.

Der Vortrag wird aufgezeichnet und über den YouTube-Kanal von StopFake ausgestrahlt und ist dort langfristig verfügbar.

Projektpartner/innen: Dr. Halyna Leontiy (Universität Göttingen), Prof. Dr. Michael Dobbins (Universität Hannover und American University of Armenia) und StopFake.org (Kyjiw, Ukraine).

Kontaktperson: Dr. Halyna Leontiy (Email: halyna.leontiy1@uni-goettingen.de)