Mikroklima und Landschaftsresilienz in Nordpatagonien
Charakteristische Nothofagus pumilio-Wälder der patagonischen Anden © Jonas Fierke
Hintergrund: Die Aktivitäten in Nordpatagonien sind aus dem Projekt KLIMNEM (2021–2025) hervorgegangen. Ziel war der Vergleich temperater Buchenwälder der Nord- und Südhalbkugel, insbesondere von Fagus sylvatica in Mitteleuropa und Nothofagus-Wäldern in Patagonien, um deren Reaktionen auf Klimawandel, Extremereignisse und Störungen zu untersuchen und Ansätze für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung abzuleiten. Aufbauend darauf liegt der aktuelle Schwerpunkt in Nordpatagonien auf mikroklimatischen Prozessen im Kontext der Landschaftsresilienz.
Aus dem Projekt ist zudem das im März 2026 erschienene Buch Ecology, Structure and Dynamics of North Patagonian Forests and Derivations for Ecosystem Management hervorgegangen, das die vergleichende Perspektive zwischen europäischen Buchen- und patagonischen Südbuchenwäldern zusammenführt und zentrale Erkenntnisse zu Klimawandel, Störungen und nachhaltiger Waldbewirtschaftung bündelt.
Im El Manso Tal untersuchen wir, wie sich mikroklimatische Bedingungen entlang ausgeprägter Umweltgradienten verändern und welche Rolle sie für die Stabilität von Ökosystemen spielen. Entlang eines starken West–Ost-Niederschlagsgradienten erfassen wir hochaufgelöste Temperatur- und Bodenfeuchtedaten in unterschiedlichen Vegetationstypen, von geschlossenen Südbuchenwäldern bis hin zu offenen Strauchlandschaften. Ein besonderer Fokus liegt darauf, wie Vegetation mikroklimatische Extreme wie Hitze und Trockenheit beeinflusst und welche Konsequenzen sich daraus für Feuerdynamik und Regenerationsprozesse ergeben.
Vegetations- und Störungsdynamiken im Fokus: Der Wechsel zwischen Südbuchenwald und Buschlandschaft sowie aktuelle Feuerereignisse im El Manso Tal verdeutlichen die Dynamik dieser Landschaft. Entlang ausgeprägter Umweltgradienten erfassen wir mikroklimatische Bedingungen mit einem Netzwerk hochaufgelöster Sensoren und quantifizieren Unterschiede zwischen Vegetationstypen. Diese Messungen werden mit Fernerkundungsdaten verknüpft, um lokale Muster auf die Landschaftsebene zu übertragen. Dadurch lassen sich Zusammenhänge zwischen Vegetationsstruktur, mikroklimatischen Bedingungen sowie dem Auftreten und den Auswirkungen von Störungen untersuchen. Die Arbeiten tragen dazu bei, Prozesse der Landschaftsresilienz unter sich verändernden klimatischen Bedingungen besser zu verstehen.
Rauchschwaden eines Brandes im El Manso Tal (2025) als Ausdruck zunehmender Störungsdynamik © Jonas Fierke
Wechsel von Südbuchenwald zu Buschland im Zusammenspiel von Mikroklima und Feuerdynamik © Jonas Fierke