Vor der Küste Westafrikas schwinden die Fischbestände, im Mekong wird so viel Sand abgebaut, dass Ufer wegbrechen und Salzwasser ins Delta vordringt - und in beiden Fällen entsteht die Nachfrage weit weg vom Ort des Schadens: Industrielle Trawler unter ausländischer Flagge fischen für den Export, der Mekong-Sand bedient unter anderem den chinesischen Bauboom. Die Kosten - weniger Fisch auf dem Teller, höhere Preise, Einkommensverluste, Ernteausfälle, womöglich Abwanderung und Konflikte - tragen die Menschen vor Ort. Das Forschungsprojekt „Distant Demand, Local Damage: Causal Evidence on Industrial Fishing in West Africa and Sand Mining in the Mekong” will diese lokalen Folgen erstmals belastbar beziffern. Weil Fischerei und Sandabbau kaum erfasst werden und oft illegal geschehen, werden sie mit Satellitendaten sichtbar gemacht: Radaraufnahmen erfassen auch Schiffe, die ihren Funksender abschalten, und Sentinel-Satellitenbilder zeigen Baggerschiffe, Uferverlauf und Wassertrübung. Diese Messungen werden mit Haushaltsbefragungen, Marktpreisen, Konfliktdaten und lokalen Messstationen verknüpft. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt von Dr. Carlo Birkholz über drei Jahre mittels einer Sachmittelbeihilfe in Höhe von 276.940 Euro. Carlo Birkholz ist Akademischer Rat auf Zeit an der Professur für Entwicklungsökonomik und Globale Politische Ökonomie von Prof. Dr. Andreas Fuchs. Foto von Simon Berger auf Pixabay
DFG-Förderung
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Dr. Carlo Birkholz
Professur für Entwicklungsökonomik und Globale Politische Ökonomie
carlo.birkholz@uni-goettingen.de
