Lehrveranstaltungen Sommersemester 2026
Bachelorseminare
Einführung in das schulische Geschichtslernen (Modul: B.Gesch.70)
Die Veranstaltung führt ein in Grundfragen des schulischen Geschichtslernens. Es geht u. a. um die Aufgaben der Geschichtsdidaktik, fachspezifische Schüler- und Lehrerkompetenzen, Strukturierungskonzepte von Geschichtsunterricht, geschichtsdidaktische Unterrichtsprinzipien sowie den Umgang mit unterschiedlichen Quellen und Darstellungen. Die Studienleistungen sind regelmäßige und aktive Teilnahme sowie die Übernahme einer Präsentation. Die Prüfungsleistung besteht in einer Klausur (Modulteilprüfung). Das Seminar ist geöffnet für Studierende des Lehramt-PLuS-Zertifikats „Fächerübergreifendes Unterrichten im Fach Gesellschaftslehre“.
Seminare im Sommersemester 2026:
- Kathrin Klausmeier: Mi 14:00 - 16:00 Uhr, wöchentlich
- Melina Schuster: Di 10:00 - 12:00 Uhr, wöchentlich
Öffentliche Geschichtsvermittlung findet durch zahlreiche Institutionen und Medien statt: Fernsehen, Rundfunk, Filme, populäre Zeitschriften, Museen, Archive. Und sie vollzieht sich zumeist nicht langfristig und planvoll, sondern punktuell und anlassbezogen (Jubiläen, Gedenktage, Debatten). Im Seminar sollen öffentliche Verwendungsweisen von Geschichte und spezifische Vermittlungsformen einschlägiger Geschichtsagenturen exemplarisch untersucht werden. Die Studienleistungen sind regelmäßige Teilnahme und eine Präsentation. Die Prüfungsleistung besteht in der Anfertigung eines Essays (Modulteilprüfung).
Seminare im Sommersemester 2026:
- Melina Schuster: Do 10:00 - 12:00 Uhr, wöchentlich
- Kai Flechtner: Mi 16:00 - 18:00 Uhr, wöchentlich
Masterseminare
Seminare für das fünfwöchiges Fachpraktikum (Modul: M.Gesch.FD2)
Das fünfwöchige Fachpraktikum Geschichte findet als Unterrichtspraktikum an einer Schule in Göttingen (oder im Umkreis) statt und wird von Mentor:innen betreut. Es findet immer am Ende des Wintersemesters nach Abschluss der Vorlesungszeit statt. Das obligatorische Vorbereitungsseminar wird nur im Wintersemester angeboten. Die Nachbereitung erfolgt im Anschluss an das Praktikum in Form einer Blockveranstaltung. Sie müssen außerdem ein weiteres Seminar belegen, das Sie aus dem für das Modul ausgewiesenen Angebot frei wählen können.
Seminare im Sommersemester 2026:
Vorbereitungsseminar:
- Das Vorbereitungsseminar wird nur im Wintersemester angeboten.
Wahlpflicht Seminare:
Kathrin Klausmeier: Both Sides Now!? Multiperspektivität und historisches Lernen, Di 16:00 - 18:00 Uhr, wöchentlich
Die geschichtsdidaktischen Prinzipien wurden in den 1970er-Jahren eingeführt und markierten seinerzeit einen emanzipatorischen Bruch mit der traditionellen ‚Abbilddidaktik‘. Seither haben sie sich – trotz divergierender Auffassungen darüber, welche Prinzipien als zentral gelten – fest im Fachdiskurs etabliert. Unstrittig zählt die Multiperspektivität zu den grundlegenden geschichtsdidaktischen Leitprinzipien, für deren Verständnis bis heute die Definition von Klaus Bergmann (2016) zentral ist, der zwischen Multiperspektivität auf Quellenebene, Kontroversität auf der Ebene historischer Darstellungen und Pluralität auf der Ebene der Lernenden unterscheidet. In den 1970er-Jahren stellte diese konzeptionelle Differenzierung einen bedeutenden Entwicklungsschritt mit nahezu paradigmatischem Charakter dar, da es im Sinne von Pluralität zunächst überhaupt darum ging, unterschiedliche Deutungen im Klassenraum zuzulassen.Seit den 70er Jahren wurde das Prinzip von Multiperspektivität jedoch nicht systematisch weiterentwickelt. Der Bedarf einer Revision ergibt sich jedochunterschiedlichen Gründen. Dazu zählen veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die in mehrfacher Hinsicht von Pluralisierungstendenzen gekennzeichnet sind. So werfen beispielsweise Globalisierung- und Migrationsprozesse sowie Forderungen nach Inklusion einerseits und das Erstarken eines menschenfeindlichen Rechtspopulismus andererseits die Frage auf, wessen Geschichten in Geschichtskultur und Gesellschaft heute eigentlich zählen. Damit verbunden ist die Frage, wie wir Lernende fördern können, auch auf individueller Ebene mit Uneindeutigkeitumgehen zu können und Komplexität auszuhalten. Auch aktuelle Befunde der Entwicklungspsychologie und Deutschdidaktik legen eine Revision von Multiperspektivität als geschichtsdidaktischem Prinzip nahe. Gleiches gilt, wenn man sichdie Diskussion um den Beutelsbacher Konsens vor Augen führt, der die Frage berührt, wo eigentlich Perspektivität aufhört. All diese Fragen sollen im Seminar beleuchtet und unter pragmatischer Perspektivediskutiert werden.
In unserer Gegenwart, in der rechtspopulistische Bewegungen Geschichte neu deuten und die Auswirkungen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft herunterspielen, ist es eine zentrale Aufgabe des Geschichtsunterrichts, eine zeitgemäße und geschichtswissenschaftlich abgesicherte Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg anzubieten. Die Alltagsgeschichte hält hier vielfache Zugänge bereit, in denen Täterinnen und Täter wie auch Verfolgte in ihren Handlungsoptionen und -strategien sichtbar werden. Die Studierenden lernen neue Quellen zum Alltag in der nationalsozialistischen Diktatur und den Besatzungsgesellschaften in unterschiedlichen europäischen Ländern kennen und erwerben die Fähigkeit, als Lehrperson zentrale historische Konzepte wie Identität und Agency zu reflektieren und anzuwenden. Neue Formate der Geschichtsvermittlung bezieht das Seminar ein.
In diesem Seminar haben Sie die Möglichkeit, aktiv an der Planung, Gestaltung und Durchführung der diesjährigen Stolpersteinverlegung in Göttingen mitzuwirken. Diese findet am 11. Juni statt. Bis dahin müssen Lebensläufe recherchiert und Vorträge ausgearbeitet werden, die am Tag der Verlegung vor Publikum vorgetragen werden. Im weiteren Verlauf des Semesters wird sich das Seminar zudem mit der Gedenk- und Erinnerungskultur als Teil des Geschichtsunterrichts befassen. Gemeinsam sollen konkrete Unterrichtsvorschläge in Gruppen geplant, vorgestellt und diskutiert werden. Hierbei rücken auch didaktische Überlegungen in den Fokus.
Nachbereitungsseminar:
- Kathrin Klausmeier: 25.03.2026, 13:00 - 16:00 Uhr
Seminare für das vierwöchige Forschungspraktikum (Modul: M.Gesch.FD3)
Sie wählen zwei Seminare frei aus dem für das Modul ausgewiesenen Angebot.
Seminare im Sommersemester 2026:
Wahlpflicht Seminare:
Kathrin Klausmeier: Both Sides Now!? Multiperspektivität und historisches Lernen, Di 16:00 - 18:00 Uhr, wöchentlich
Die geschichtsdidaktischen Prinzipien wurden in den 1970er-Jahren eingeführt und markierten seinerzeit einen emanzipatorischen Bruch mit der traditionellen ‚Abbilddidaktik‘. Seither haben sie sich – trotz divergierender Auffassungen darüber, welche Prinzipien als zentral gelten – fest im Fachdiskurs etabliert. Unstrittig zählt die Multiperspektivität zu den grundlegenden geschichtsdidaktischen Leitprinzipien, für deren Verständnis bis heute die Definition von Klaus Bergmann (2016) zentral ist, der zwischen Multiperspektivität auf Quellenebene, Kontroversität auf der Ebene historischer Darstellungen und Pluralität auf der Ebene der Lernenden unterscheidet. In den 1970er-Jahren stellte diese konzeptionelle Differenzierung einen bedeutenden Entwicklungsschritt mit nahezu paradigmatischem Charakter dar, da es im Sinne von Pluralität zunächst überhaupt darum ging, unterschiedliche Deutungen im Klassenraum zuzulassen.Seit den 70er Jahren wurde das Prinzip von Multiperspektivität jedoch nicht systematisch weiterentwickelt. Der Bedarf einer Revision ergibt sich jedochunterschiedlichen Gründen. Dazu zählen veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die in mehrfacher Hinsicht von Pluralisierungstendenzen gekennzeichnet sind. So werfen beispielsweise Globalisierung- und Migrationsprozesse sowie Forderungen nach Inklusion einerseits und das Erstarken eines menschenfeindlichen Rechtspopulismus andererseits die Frage auf, wessen Geschichten in Geschichtskultur und Gesellschaft heute eigentlich zählen. Damit verbunden ist die Frage, wie wir Lernende fördern können, auch auf individueller Ebene mit Uneindeutigkeitumgehen zu können und Komplexität auszuhalten. Auch aktuelle Befunde der Entwicklungspsychologie und Deutschdidaktik legen eine Revision von Multiperspektivität als geschichtsdidaktischem Prinzip nahe. Gleiches gilt, wenn man sichdie Diskussion um den Beutelsbacher Konsens vor Augen führt, der die Frage berührt, wo eigentlich Perspektivität aufhört. All diese Fragen sollen im Seminar beleuchtet und unter pragmatischer Perspektivediskutiert werden.
In unserer Gegenwart, in der rechtspopulistische Bewegungen Geschichte neu deuten und die Auswirkungen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft herunterspielen, ist es eine zentrale Aufgabe des Geschichtsunterrichts, eine zeitgemäße und geschichtswissenschaftlich abgesicherte Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg anzubieten. Die Alltagsgeschichte hält hier vielfache Zugänge bereit, in denen Täterinnen und Täter wie auch Verfolgte in ihren Handlungsoptionen und -strategien sichtbar werden. Die Studierenden lernen neue Quellen zum Alltag in der nationalsozialistischen Diktatur und den Besatzungsgesellschaften in unterschiedlichen europäischen Ländern kennen und erwerben die Fähigkeit, als Lehrperson zentrale historische Konzepte wie Identität und Agency zu reflektieren und anzuwenden. Neue Formate der Geschichtsvermittlung bezieht das Seminar ein.
In diesem Seminar haben Sie die Möglichkeit, aktiv an der Planung, Gestaltung und Durchführung der diesjährigen Stolpersteinverlegung in Göttingen mitzuwirken. Diese findet am 11. Juni statt. Bis dahin müssen Lebensläufe recherchiert und Vorträge ausgearbeitet werden, die am Tag der Verlegung vor Publikum vorgetragen werden. Im weiteren Verlauf des Semesters wird sich das Seminar zudem mit der Gedenk- und Erinnerungskultur als Teil des Geschichtsunterrichts befassen. Gemeinsam sollen konkrete Unterrichtsvorschläge in Gruppen geplant, vorgestellt und diskutiert werden. Hierbei rücken auch didaktische Überlegungen in den Fokus.
Aktuelle Fragen des Geschichtsunterrichts und Forschungsthemen der Geschichtsdidaktik (Modul: M.Gesch.FD1)
Das Seminar vermittelt einen Überblick über unterrichtsbezogene Forschungen in der Geschichtsdidaktik und über aktuelle Fragen des Geschichtsunterrichts. Einschlägige empirische Studien werden exemplarisch vorgestellt und besprochen, konzeptionelle Aspekte des Geschichtsunterrichts diskutiert. Das Seminar soll auch einer thematischen und methodischen Orientierung im Hinblick auf die Anfertigung einer Masterarbeit im Fach Geschichtsdidaktik dienen.
Seminare im Sommersemester 2026:
- Kathrin Klausmeier: Mi 12:00 - 14:00 Uhr, wöchentlich
Masterkolloquium: Geschichtsdidaktisches Forschungskolloquium (Modul: M.Edu.Gesch101)
Falls Sie im Bereich Geschichtsdidaktik Ihre Masterarbeit schreiben, müssen Sie als weiteres Modul das Masterarbeitsmodul belegen. Es findet in Form eines Kolloquiums statt. In diesem Kolloquium präsentieren Sie Ihr Masterarbeitsprojekt. Als Vorbereitung auf diese Präsentation erstellen Sie ein Exposee für Ihre Arbeit im Umfang von ca. fünf Seiten. Diese beiden Studienleistungen werden nicht benotet.
Seminare im Sommersemester 2026:
- Kathrin Klausmeier: Termine nach Vereinbarung